Anfutteraktivität

Die Aktivität eures Anfutters erhöht ihr durch Einsatz der Aktivitätsmehle und reduziert ihr durch Einsatz bindender Mehle. Im Fluss überwiegen die bindenden Mehle und im eher flacheren See oder Teich die Aktivitätsmehle. Bei den Aktivitätsmehlen sind noch einmal diejenigen zu unterscheiden, die unter Wasser arbeiten und diejenigen, die aufgrund ihrer Grobkörnigkeit, ihres hohen Partikelanteils den Anfutterballen schnell auflösen bzw. die Bindungsfähigkeit erheblich reduzieren. Auch im späten Frühjahr, Sommer und Frühherbst, wenn das Wasser warm und die Fische eine höhere Aktivität und Futteraufnahmen besitzen, sind Aktivitätsmehle zwingend einzusetzen. Wird dann mit einem hohen Partikelanteil im Anfutter gefischt, muss nicht so häufig nachgefüttert werden, um die Fische am Futterplatz zu halten. Denn es solltet immer bedacht werden, dass Nachfüttern im ersten Augenblick eher eine Scheuch- als eine Lockwirkung besitzt. Zu den klassischen Aktivitätsmehlen gehören Hanfmehl, Weizenkeime, Weizenkleie und Milchpulver. Diese Mehle arbeiten unter Wasser, führen zu Wolkenbildung und besitzen Partikel, die in der Wassersäule schweben. Weiterhin gibt es Aktivitätsmehle, die aufgrund ihrer Grobkörnigkeit über einen hohen Partikelanteil verfügen, allerdings nicht so stark arbeiten wie die eben aufgeführten Mehle. Dazu zählen Brotkrümelmehl, Cornflakesmehl, Haferflocken, Weizenflocken und Leinsamen. Allerdings sollte in der kalten Jahreszeit (Spätherbst, Winter, frühes Frühjahr) der Anteil der Aktivitätsmehle auf ein Minimum reduziert werden. So ist in der kalten Jahreszeit darauf zu achten, dass das Anfutter möglichst fein gemahlen ist mit einem minimalen Partikelanteil. Da in dieser Zeit die Fische wenig aktiv sind, würde ein hoher Partikelanteil zu einer schnellen Sättigung führen, was dem Fangerfolg entgegensteht.